Sontra - Herleshausen - Nentershausen

Schloss Augustenau in Herleshausen

Die Entstehungszeit von Schloss Augustenau ist auf das Jahr 1539 zurückzudatieren. Im Zuge der Säkularisierung der Klöster hatte Landgraf Philipp der Großmütige seinen Truppenführer Georg von Reckrodt mit dem Gut Herleshausen belehnt. Reckrodt (auch andere Schreibweisen sind bekannt), der bis dahin das Unterhaus der gegenüberliegenden Brandenburg bewohnt hatte, ließ 1539 das Schloss Steinstock zu seinem Wohnsitz erbauen. Nach seinem Tod im Jahre 1558 wurde Gut Herleshausen 1562 dem Kammerdiener des Landgrafen Philipp, Anton von Wersabe, als Dank für seine treuen Dienste im Schmalkaldischen Krieg zum Lehen übertragen. Aus seiner Zeit stammt der Mittelteil mit dem westlich gelegenen Treppenturm im Innenhof, der im Auftrag der Familie Wersabe durch Anbauten der Ost- (1594) und Westflügel (1654) erweitert wurde und in seinem heutigen Grundriss weitgehend erhalten ist. Zu den Bautätigkeiten der Wersabe fallen auch die nördlich angrenzenden Wirtschaftsgebäude aus dem ausgehenden 16. Jh., die in ihrer Erscheinung bis in die Gegenwart weitgehend erhalten blieben. Im Jahre 1678 fiel mit dem letzten Wersabe in Herleshausen das Lehen an den Lehensherrn Landgraf Karl von Hessen-Kassel zurück. Landgraf Karl gab das Gut seinem jüngeren Bruder Philipp zum Lehen und später zum Eigentum. Seither gehört die Besitzung der Kassler Nebenlinie Hessen-Philippsthal-Barchfeld und wird somit seit neun Generationen im Familienbesitz geführt. Der Name Schloss Augustenau lässt sich auf die Gemahlin des Landgrafen Carl, Auguste Prinzessin von Hohenlohe-Ingelfingen zurückführen, die im Alter von 23 Jahren Ende 1821 im Kindsbett verstarb. In Gedenken an seine Frau wurde diese Namensgebung durch ein Diskret des Kurfürsten nach dem Tod der Prinzessin öffentlich bekannt gegeben. In den folgenden Jahrzehnten erfuhr das Gebäude verschiedenste Umbaumaßnahmen, bei denen vor allem Landgraf Clodwig (1876-1954) dem Haus seine endgültige Gestalt verlieh. Dem ursprünglichen Renaissancebau wurden bei diesem Umbau in den Jahre 1905 bis 1909 Elemente des Historismus angefügt, die sich besonders im Treppengiebel des Ostflügels erkennen lassen. Nach Süden öffnet sich vom Innenhof die Parkanlage, in der neben einem alten Baumbestand noch ein alter Wachturm aus der Mitte des 16. Jh. besondere Erwähnung findet.

Augustenau befindet sich nun im Besitz des Prinzen und Landgrafs Alexis von Hessen, der den Privatbesitz bei einzelnen Veranstaltungen der Öffentlichkeit zugänglich macht. Der Zugang sowie eine Führung des Geländes sind in Rücksprache mit der Landgräflich Hessischen Rentkammer (05654/309) zu vereinbaren. (A.v.H.; 01.2008)

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